HomeNavigation > Pemba
Pemba
Wind und Wetter in
Pemba/Mozambique
Mtwara
Sansibar
Dar-es-Salaam
Lamu

Life Piracy Report
Newsletter

Email: sailing@kommunikate.ch

Telefon
CH +41 79 624 7427
TZ +255 689 502 379
KE +254

Skype
moonturnthetides
Karte Pemba West
Sandbank, Menai
REISEPLÄNE
REISEN
SCHIFF & CREW
LAND & LEUTE
SHOP

Intro

Herbst '15  Anfang '16

Intro

Ende '14   Anfang '15

Schiff      Crew

Intro

Piraterei

Intro

weiter
weiter
weiter
weiter
weiter
weiter
weiter
weiter
weiter
weiter
weiter
weiter
weiter
weiter
weiter
weiter
Pemba_overall
Mesali
Mesali Kartenversatz
Einfahrt Wesha (Chakechake)
Kokota Gap
Wete
Wete-Fundu Gap
Manta Reef
Pemba Nordküste
Pemba Ostküste
Kojani
Mtangani
Mkoani
Panza West
Panza Ost
Ankern Panza Wrack
Wir sind rund um Pemba gesegelt, haben viele Buchten und die Häfen Mkoani, Chakechake und Wete besucht, dabei durchwegs gute Erfahrungen gemacht und einzigartige Eindrücke gewonnen.
Das beste «Einfallstor» vom Festland her ist die Insel Mesali. Sandbank nördlich umfahren und östlich davon ankern. Pos. S 5 14 00.3 E 39 36 26.5. Bei moderaten Winden auch gut zum Übernachten.
Die Kartendarstellung weicht in Pemba oft wesentlich von der GPS-Position ab. Im OpenCPN kann dies durch Eingaben im Chart Offset korrigiert und in Google Earth kontrolliert werden.
Ein- und Ausfahrt Wesha (Chakechake) bei Nordostmonsun 2013. Die GPS-Abweichung ist nicht gleich wie in Mesali. Gefährliche, nur teilweise betonnte Hindernisse kurz vor der Hafenmole. Bei Tag einlaufen!
Die zweigeteilte Einfahrt hinter das Riff um die Insel Kokota ist sehr schön und bei Flut wie Ebbe problemlos. Bei Gezeitenwechsel starke Strömungen, bei gutem Licht gut zu meistern und ideal zum Schnorcheln.
Die Einfahrt nach Wete ist problemlos. Nach der Passage der markierten Sandbank (S 5 03 59; E 39 41 21.30) auf den Hafen zuhalten und nördlich der direkten Linie fahren.
Die Fahrt von Wete Richtung Norden ist nicht einfach und für ein Schiff, das nicht trockenfallen kann, nicht zu empfehlen. Das Kartenmaterial ist rudimentär. Erst in der Nähe von Fundu Gap findet man wieder gute Tiefe.
Manta Reef. Aus SW ansteuern, Floating Hotel südlich passieren. Etwas näher am Ufer gibt es eine Senke, wo kleinere Segelschiffe bei wenig Seegang auch über Nacht ankern können. Pos. S 4 53 08.45; E 39 40 39.42.
Pemba Nordküste. Das Kartenmaterial ist lückenhaft und ungenau. Die Riffe und Untiefen sind schlecht zu sehen, wenn das Wasser vor allem im Nordmonsun unruhig und trüb ist. Bei Tageslicht navigieren!
Um an der Ostküste Pembas gegen die meist starke Nordströmung anzukommen, muss man nahe am Riff fahren. FANGLEINEN EINZIEHEN, ES GIBT HIER VIELE SCHWIMMENDE FISCHER!
Kojani ist eine Insel an der Ostküste mit einem grossen Dorf. Der Channel zum Meer ist tief, die Borde sind meist gut zu erkennen. Bei Ebbe und Flut problemlos, bei Gezeitenwechsel starke Strömung. Guter Ankerplatz.
Mtangani ist ein weiträumiger Inlet auf der Ostseite von Pemba, sehr schön. Auf der Nordseite Sand und Schlamm, gut zum Ankern. Mehr als 500 m Kartenversatz!
Mkoani ist der wichtigste Hafen von Pemba. Die Anfahrt ist problemlos und betonnt, Kurs 128. Mkoani ist der Ausgangspunkt für Reisen ins ausgedehnte Wattgebiet um Panza Island im Süden von Pemba.
Die Fahrt von Mkoani bis zur Verzweigung der Channels im Wattgebiet ist schwierig. Nur für Schiffe, die trockenfallen können! Instabile Sandbänke bei Kizungu. Bei der Einfahrt in den engen Channel nördlich halten.
Das Watt von Panza. Der enge Channel ist gut zu befahren, bei Ebbe lohnt es sich, trockenzufallen. Die spektakuläre Passage ins klare Wasser des offenen Indischen Ozeans nach Osten sollte man bei Flut angehen.
S 5 28 32; E 39 37 3.5: Ein spektakulärer und idealer Ankerplatz bei mässigem NO-Monsun. Beim Panza-Wrack hinter das äussere Riff gehen und auf dem Sandband zwischen den beiden Korallenriffs ankern.

Segler haben ein ambivalentes Verhältnis zu Pemba. Einerseits ist die Schönheit der Insel unbestritten, anderseits gilt sie als schwierig mit ihren zahlreichen Riffs, Hinterwassern, Sandbänken und Strömungen. Die Behörden haben einen schlechten Ruf, Segler wurden mit Geldforderungen konfrontiert und offenbar bedroht, viele Korallenbänke sind durch Dynamit in Mitleidenschaft gezogen, und früher war sowieso alles besser. Grosse Teile wie die ganze Ostküste sind wenig bekannt und nicht einmal erwähnt im Standardwerk «East African Pilot» von Delwyn McPhun, der sich schwertat mit den Behörden von Pemba.

Die Seefahrtsbehörden in Pemba haben offensichtlich keine Ausbildung, weder als Seeleute noch im Umgang mit segelnden Touristen. Auf dem Wasser patroullieren sie meist bewaffnet mit alten Kalaschnikows und tragen selten Uniformen, Piraten zum Verwechseln ähnlich. Wenn sie mit ihren alten Kähnen das Schiff besuchen, geht das selten ohne Schiffsberührung ab. Also Fender bereithalten und formellen Respekt zollen und einfordern, Ausweis gegen Ausweis, keine Gebühren ohne Quittung. Wir sind gut gefahren. Bezahlt haben wir in vier Jahren einmal eine Hafengebühr von TZS 15000 (ca. 8 USD) in Mkoani und mehrmals Marine Park Fees in Mesali (USD 20 pro Ausländer und Tag). Mehr wurde auch nicht von uns verlangt, im Gegenteil, Mesali gab immer wieder Rabatt und liess auch meine Kenianer an Bord als Crew gratis durchgehen. Ausser bei der Insel Mesali wurden wir nie kontrolliert, obwohl eigentlich die ganze Westküste zum Marine Park gehört (genaue Karten habe ich allerdings nie gesehen).

Für die Navigation haben wir einerseits die Karten der British Admirality auf Papier an Bord (aufgenommen 1878, revidiert 1957 und erstaunlich genau), verwenden aber vor allem elektronische Hilfsmittel, die auf der GPS-Position basieren, diese aber anhand von altem Kartenmaterial darstellen. Die Koordinaten in diesen alten Karten sind oft falsch. Abweichungen von bis zu mehreren hundert Metern sind in Pemba die Regel. Erschwerend dabei ist, dass Pemba nicht in einer Karte aufgezeichnet wurde, sondern in vielen Bruchstücken, die alle wieder andere Abweichungen aufweisen. Beim Zusammenstellen von elektronischem Kartenmaterial wird diesen Abweichungen Rechnung getragen. Die einzelnen Kartenstücke werden versetzt zusammengestellt, bis sie mit der GPS-Position übereinstimmen. Im Falle von Pemba allerdings hat das nicht geklappt, alle uns bekannten Navigationssysteme weisen gravierende Fehler auf.

Wir verwenden drei elektronische Navigationssysteme: Garmin, Navionics und OpenCPN. Garmin ist optisch am schwächsten. Die Karten sind ohne Details, für grosse Gebiete bleibt man ohne nützliche Information. Allerdings sind die wenigen Angaben relativ gut positioniert. Navionics ist optisch bestechend, viele Details, gute Darstellung und auch die Abweichungen sind moderat. Man wiegt sich in Sicherheit, aber auch hier liegen 100 Meter Abweichung alleweil drin, und das reicht, um ein Schiff zu Schrott zu fahren. OpenCPN verwendet MaxSea-Karten, die sehr detailliert sind, aber oft sehr schlecht positioniert. Dafür hat gibt es aber eine Programmfunktion «Chart Offset» (seit der Version 4 funktioniert sie auch auf dem Mac). Damit kann man die einzelnen Kartenbruchstücke selbst versetzen, bis sie mit dem GPS übereinstimmen.

Für die Überprüfung der Übereinstimmung leistet Google Earth unschätzbare Dienste: seine Bilder liegen richtig. Wir haben bisher keine Fehler gefunden. Plant man mit einem Navigationsprogramm eine Route um Pemba, sollte man sie unbedingt in GoogleEarth exportieren und kontrollieren. Das geht leicht mit GarminBaseCamp und OpenCPN, umständlicher mit Navionics. Eine weitere Methode ist die Aufzeichnung und Speicherung befahrener Routen respektive heikler Stellen. Für eine zweite Passage können diese Tracks ins Navigationsprogramm eingelesen und aktiviert werden. Wenn man früh aus einem Channel losfahren will, ist der Track der Einfahrt am Vortag eine unschätzbare Hilfe. Der Import von Routen funktioniert problemlos mit OpenCPN und Garmin. Navionics bietet diese Möglichkeit unerklärlicherweise nicht.