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Piraten
Bus Station Kampala
Uganda countryside
Tanzania Bus
Kenia Kikuyu
Swahili Coast
Indian_Ocean_Trading_700-1600
DhowsPemba
Dho im Bau, Pemba
Lamu Dhow Race
Fischer im Kanu
Öl- und Gassuche
Lobster und Seegurke
Lamu town mosque
Foto Menschen Pate
Seeadler Kiwayu
Seit 2012 gibt es vor der Kenia und Tansania keine Piratenattacken mehr. Nach dem beispiellosen Boom ab 2007 scheint das unglaublich, aber es lässt sich plausibel erklären, zur grossen Erleichterung von uns Seglern.
Busstation in Kampala: Der Austausch der Ostafrikaner ist rege und grenzüberschreitend. Fast alle sind Bantu. Sie sprechen eine von mehreren hundert lokalen Sprachen, dazu Swahili als internationale Sprache.
Uganda ist das lieblichste der drei Länder, mit üppigen Regenwäldern, unendlich viel Bananen und der freundlichsten Bevölkerung, die ich kenne.
Tanzania ist riesig. Die Ankunft eines Überlandbusses mit dem Staub von vielen hundert Kilometern Landstrasse zeugt davon.
Kenianer sind stolz auf ihre Traditionen und beziehen den Touristen gerne mit ein. Allerdings ist dieser Stolz oft mehr dem Stamm verpflichtet als der Nation und ethnische Konflikte sind nicht überwunden.
Swahili heisst Küste auf Arabisch. So heisst die Region und ihre Sprache, eine Mischung aus Arabisch und Bantu. Im 7. Jh.n.Chr. kamen Araber und Perser an die ostafrikanische Küste und haben sie geprägt bis heute.
Die Handelsschifffahrt an der Küste geht auf die alten Ägypter zurück und die saisonale Umkehrung der Monsunwinde wurde wahrscheinlich schon vor der Zeitenwende regelmässig für den Seeweg von und nach Indien genutzt.
Die bereits in der Antike verwendeten Dhows mit dem charakteristischen Dreiecksegel haben sich über Jahrtausende kaum verändert. Man verwendet sie noch heute für die Küstensegelei, wie diese Frachtschiffe vor Pemba.
In Sansibar, Lamu und andernsorts werden Dhows auch weiterhin neu gebaut. Die Spanten sind aus natürlich in die Form gewachsenen Mangroven gefertigt, wenig bearbeitet und sehr zäh.
Dhow-Segler messen sich gerne in Regatten, hier am Cultural Festival in Lamu an der vorletzten und in der starken Ströumng oft matchentscheidenden Boje.
Der Alltag der Fischer spielt sich häufig in kleinen Kanus ab und der Fang in den industriell überfischten Gewässern ist oft jämmerlich klein.
Gewinn versprechen heute diese Schiffe: Sie suchen nach Öl und Gas und ziehen einen mehrere Kilometer breiten Rechen von Sondierleinen hinter sich. Es gilt, Abstand zu halten.
In den untiefen Archipeln, wie hier in Lamu/Pate, welche die industriellen Fischer nicht befahren können, gibt es aber noch Delikatessen wie Hummer. Mit der Seegurke hingegen wären unsere Kochkünste überfordert.
Eine Moschee in Lamu. Der Islam prägt die Swahili-Küste seit seinen Anfängen im 7. Jh. In den letzten Jahrzehnten ist er mit der Verhärtung der Glaubensfronten zwischen West und Ost lauter und militanter geworden.
Menschen fotografieren ist tabu im Islam. Gegen ein Entgelt nimmt man aber eine Sünde auf sich. Diese Foto entstand als Probelauf während der Preisverhandlungen in Pate, die zu keiner Einigung führten.
Der Seeadler am Eingang des schmalen Wasserweges nach Kiwayuu, nördlich von Lamu. Jedesmal beobachtet er unsere Ein- oder Ausfahrt aufmerksam.

Ein unglaublicher Boom der Piraterei am Horn von Afrika hat Ostafrika in den letzten zehn Jahren schwer in Mitleidenschaft gezogen. Aus zunächst sporadischen Aktionen gegen Fischereitrawler und Verkappungsschiffe, die als erste von der rechtslosen Situation vor der somalischen Küste profitierten, wurde innert weniger Jahre ein international organisiertes lukratives Geschäft. Die Ausrüstung der Piraten wurde finanziert durch Anteilsscheine an Aktionen, die in Nairobi, Dubai und anderswo gehandelt wurden.

Der kaputte Staat Somalia bot für die Piraten ideale Bedingungen, die Küstenwache war inexistent oder in kriminellen Händen. In der somalischen 12-Meilen-Zone konnten die Piraten Expeditionen ungestört vorbereiten und gekaperte Schiffe jahrelang festhalten.

Die internationalen Marineeinheiten kontrollierten die 12-Meilen-Zone nicht, da sie in buchstabengetreuer Rechtsauslegung als unverletzbares Hoheitsgebiet des somalischen Staates galt. Dass dieser de facto längst die Kontrolle über die Küste verloren hatte, wurde offiziell ignoriert – vor allem europäische Marinekontingente operierten unter strengen parlamentarischen Auflagen.

In dieser absurden Situation blühte die Piraterei auf und dehnte sich bis weit nach Süden aus. 2010 war unglaublich, mit oft mehreren Angriffen pro Tag und 50 gekaperten Schiffen, 2011 war noch schlimmer, 16 Meilen vor Mombasa nahmen die Piraten einen Frachter praktisch den Lotsen ab.

Im Herbst 2011 überspannten die Piraten den Bogen. David Tebutt, ein britischer Verleger und bekannter Exponent der britischen Upper Class, wurde in einem nordkenyanischen Luxusresort erschossen, seine Frau von den Angreifern mit Booten nach Somalia entführt. Wenige Tage darauf verwschleppten somalische Piraten eine invalide Französin aus ihrer Villa in Lamu im Norden Kenias. Ihr Rollstuhl blieb auf dem Strand zurück und ohne Medikamente verstarb sie wenig später in Somalia.

Die tragischen Vorfälle hatten Konsequenzen: Die Europäer, allen voran die Engländer, und auch die Amerikaner legten ihre Zurückhaltung ab. Piratenboote wurden in der 12-Meilen-Zone und auch schon am Strand zerstört, Treibstoffvorräte in die Luft geschossen, neue Expeditionen im Keim erstickt. Die Erfolgsaussichten waren dahin und das Investitionsgeschäft Piraterei brach über Nacht zusammen. Die Kenianer marschierten in Südsomalia ein und brachten die Küste und den Hafen Kismayo unter ihre Kontrolle

Seither ist südlich von Somalia Ruhe und Segeln vor Kenia wahrscheinlich sicherer als seit langem. Die Küstenwache bietet einen wertvollen Service: Wir melden unsere geplanten Tagesrouten regelmässig, werden registriert und melden unsere Ankunft abends.

Die einzigen drei Vorfälle, die das International Maritime Bureau IMB für 2013 und 2014 aufführt, betreffen alle einfache Diebstähle auf Frachtschiffen in den Häfen von Mombasa und Dar-es-Salaam.